Drama- und Theatertherapie

Drama- und Theatertherapie hat sich in den letzten Jahren zunehmend in klinischer, psychotherapeutischer und supervisorischer /coaching Arbeit bewährt. Die Verbindung von Theater und Therapie eröffnet ein breites Spektrum wirksamer Behandlungsmöglichkeiten und Verhaltensoptimierungen.   Alle Infos zu dieser Weiterbildung als Download (PDF).

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Die berufsbegleitende Weiterbildung Theatertherapie richtet sich an verschiedene Personengruppen:

Interessenten, die in therapeutischen, pädagogischen, psychosozialen Berufsfeldern tätig sind und dort Elemente der Theaterarbeit therapeutisch einsetzen können. Theatertherapie kann dabei helfen, persönliche defizitäre Verhaltensweisen und wiederkehrende Szenarien anschaulich zu machen und im je eigenen Zielmodus „neu zu lernen“.

Interessenten aus künstlerischen Berufsfeldern, wie z.B. SchauspielerInnen, RegisseurInnen, TheaterpädagogInnen, die daran interessiert sind, psychologisch feinfühlig und kompetent mit persönlichen Themen, Konflikten und Gefühlen zu arbeiten. Theatertherapie kann in diesem Zusammenhang dabei helfen, Theaterarbeit mit psychologischen Fragestellungen zu verknüpfen, Rollen sensibler auszuarbeiten, schauspielerisch „blinde Flecken“ bewußter zu machen und zu bearbeiten, und Inszenierungen prozessual aus psychologischer Perspektive zu hinterfragen  und entsprechend zu unterstützen.
Interessenten, die in Institutionen, Organisationen und in Projekten arbeiten. Hier kann Theatertherapie helfen mit einem supervisorischen Blick Szenen im beruflichen Feld zu befragen und im Rahmen von Coachingmaßnahmen angemessen zu begleiten.

Theatertherapie in der Praxis
Theatertherapie hat sich in den letzten Jahren zunehmend in klinischer, psychotherapeutischer und supervisorischer /coaching Arbeit bewährt. Der Grund: Die Verbindung von Theater und Therapie eröffnet ein breites Spektrum wirksamer Behandlungsmöglichkeiten und  Verhaltensoptimierungen. Die gestaltorientierte Theatertherapie ist dabei eine tiefenpsychologisch fundierte Methode die sowohl in klinischer als auch in freier Praxis ein großes Betätigungsfeld bietet.
Arbeitsfelder aus therapeutischer Sicht sind: Arbeit mit suchtkranken Menschen, Arbeit mit psychisch kranken Menschen, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen,     Arbeitsfelder im kreativen Setting sind: Schauspielschulen, Theater, Schulen, Kindergärten, Unternehmen.

Theatertherapie als Ressourcenarbeit:
Durch den starken Handlungsbezug wirkt Theatertherapie stabilisierend, integrierend und stärkt die Ich-Funktionen. Theatertherapie kann bei Menschen mit verschiedenen Störungsbildern angewendet werden. So z. B. bei neurotischen Konflikten, Anpassungsstörungen und frühen Störungen.
Es verbessert und flexibilisiert aber auch im Rahmen von Coachingmaßnahmen die Handlungsspielräume, die jeder Mensch in Beruf und Alltag  lebt.

Theatertherapie eine Verbindung von Theater und Therapie

Schon vor vielen Jahrzehnten haben Therapeuten wie Perls und Moreno die heilende Kraft des theatralen Spielens für ihre Therapiearbeit entdeckt und genutzt. Andersherum entdeckten Regisseure wie Stanislawski für ihre Theaterarbeit die Bedeutung psychologischer Zusammenhänge für die Entwicklung von Schauspiel-  Rollen und Inszenierungen und arbeiteten entsprechend mit ihren Schauspielschülern und Schauspielern.
Und genau an dieser Schnittstelle findet auch unsere gemeinsame Arbeit und unser gemeinsames Spielen und Lernen statt.

Inhalte der Ausbildung
beziehen sich auf die Themenschwerpunkte: Selbsterfahrung in theatertherapeutischer Einzel u. Gruppenarbeit, Theaterarbeit, Pantomime, Szenisches Spiel, Kontaktarbeit, Rollenarbeit, Identitätsaspekte, Selbstbild – Fremdbild, Präsentationen, Selbstorganisation, therapeutische Sprache, Sensibilisierung für den eigenen Leib,  Tools für Wahrnehmen, Erfassen und Handeln, Methodik und Didaktik der Vermittlung.
Wir beziehen bei unserer Ausbildung die kreativen Therapieverfahren, Kunsttherapie, Bewegungs-und Tanztherapie, als auch Clownstherapie in unsere Arbeit mit ein.

Ziele
im persönlichen Bereich: das Erkennen und Erweitern persönlicher Ressourcen, Rollenflexibilität, klarer Ausdruck und verstärkte Präsenz in „Bühnensituationen“,
im Vermittlungsbereich: das Verstehen szenischer Abläufe in Therapie und Alltag, ein Blick für das Ästhetische im theatertherapeutischen Setting, qualifiziert differenzierter Einsatz in Therapie, Klinik und anderen Institutionen, Begeisterungsfähigkeit für Theatertherapie an Zielgruppen weitergeben
im mentalen Kontext: wir wollen in der Theatertherapie die sogenannten Defizite der auf verschiedene Weisen beeinträchtigten Menschen umarbeiten und miteinander das  gemeinsame theatrale Spielen und die sich daraus ergebende ästhetische Qualität und Lebensfreude hervorheben.

Struktur der mehrjährigen Weiterbildung

Seminarinhalte

  • Grundlagen leiborientierter Theaterarbeit und des therapeutischen Theaters
  • Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung. Imaginations- und Entspannungstechniken, Phantasiereisen, Entspannungsverfahren, Zentrierungstechniken
  • Improvisation: Spontaneität, Kreativität
  • Szenenarbeit: Arbeit am eigenen Szenenmaterial, in „Szene“ setzen, auf die Bühne bringen
  • Erfahrungsbezogene Anwendung kreativer Medien (z.B.: Farbe, Masken, Kleidung, Bewegung, Tanz), Malszenarien, therapeutisches Tagebuch
  • Komik:  als Fähigkeit zur Distanz, Spiel mit Konflikten u. den ungeliebten Seiten, der mittlere Modus, Spiel mit Hierarchien, Abhängigkeit und Autonomie
  • Rollenarbeit: Berufsrollen, biografische Rollen, Das innere Kind, Umfeld – Rollen, Rollenflexibilität, Rollengestaltung
  • Stimme und Bewegung, Ausdrucksschulung, Eigen- und Fremdwahrnehmung des je eigenen Leibes des/der Anderen,  und der Umwelt. Wahrnehmen, Erinnern, Ausdrücken, Leib- und Bewegungserfahrung als therapeutische Methode
  • Interaktives Theater, Grundlagen des Straßentheaters und Umsetzung im „freien Feld“
  • Grundlagen gestaltorientierter Arbeit in Praxis: Techniken („hot seat“, Identifikation und Dialog), Umgang mit extremen Gefühlsregungen (Regression, Aggression), Ausdruck, Aufarbeitung und Integration mit gestalt- und leibtherapeutischen Methoden
  • Theoretische Grundlagen der Gestalttherapie, Kontakt und Grenzen, Wertschätzung, der Andere, Grundkonzepte des Gestaltansatzes, Holismus, Figur – Grund, Feldtheorie, Zyklen der Erfahrung

Seminarinhalte

  • Arbeit mit Identitätsaspekten, Säulen der Identität, „timeline“, Lebenspanorama, „Identitätserleben als Erzählung“
  • Theater mit Masken, herstellen und Präsentieren von Masken, Inszenierung und Spiel mit Masken, Arbeit mit Archetypen, Rituale
  • Tanz- und Bewegungsarbeit als therapeutische Technik: Differenzierung von verschiedenen Aspekten von Bewegung, Selbst- und Fremdbeobachtung von Bewegung, Bewegungsanalyse
  • Clownsarbeit als therapeutische Technik: Individuelle Clownsfiguren, Impuls und Improvisation, Humor sinnvoll einsetzen
  • Interaktives Theater als therapeutische Technik. Straßentheater als heilendes, ressourcen-    orientiertes therapeutisches Element
  • Kunsttherapie als Schnittstelle zur Theatertherapie : künstlerisches Gestalten, Phasen des künstlerischen Prozesses, Farben, Malen, Collagieren
  • Psychodramatische Methoden und Techniken: wie Doppeln, Spiegeln. Inszenierung von persönlichen Szenen aus Beruf und Alltag, Biographieaspekte, Konflikte, Arbeit mit Träumen, Metaphern und Symbolen.Regiearbeit zwischen künstlerischem Anspruch und therapeutischen Zielen, Vermittlung von Techniken und Haltungen, die es erlauben, beiden Seiten oder auch nur einer Seite gerecht zu werden
  • Theoretische Grundlagen der Gestalttherapie: Handlungskonzepte, phänomenologisches und hermeneutisches Vorgehen, Ko-respondenzmodell

Seminarinhalte

  • Hier steht die Professionalisierung der im ersten und zweiten Jahr erlernten therapeutischen Techniken aus Theater- und Gestalttherapie im Vordergrund. Die Teilnehmer sollen als angehender Theatertherapeuten – selbst – Erfahrungen in der Anleitung sowohl in der Einzelarbeit, als auch in der Gruppenarbeit sammeln
  • Außerdem ist vorgesehen mindestens eine Projektarbeit im Rahmen des Curriculums durchzuführen. Dazu gehört die Leitung von selbsterfahrungsorientierten Theatergruppen im freien Feld. Diese wird begleitet, supervidiert und gecoacht
  • Möglichkeiten theatertherapeutischer Dramaturgie, diagnostisches Verständnis in der Theatertherapie, Gestaltungsprozesse bei Rollenwechseln der Teilnehmer/Klienten vom „Erzählen“ in „theatertherapeutisches Spielen“ und zurück. Der Klient als Darsteller, Regisseur, Zuschauer und „Bühnenbild“. Triadenarbeit
  • Umgang mit Krisen, Krisenintervention, Techniken der inneren Distanzierung, Krise des Anleiters/der Anleiterin, Krise der Gruppe, Krise als Chance, Grenzen theatertherapeutischer Intervention, Gesundheits- und Krankheitsbegriff
  • Methodische u. didaktische Aspekte theatertherapeutischer Arbeit, die therapeutische Beziehung, die therapeutische Haltung in der Theatertherapie, Übertragung und Gegenübertragung, Umgang mit Nähe/Distanz, Umgang mit „Widerstand“
  • Sensibilisierung für therapeutische- und klientenzentrierte Sprache: Fragetechniken, Glaubenssätze, Vorurteile im Rahmen eigener sprachlicher Begrifflichkeiten, Feedback-Kultur
  • Supervision als Unterstützung und Korrektiv für durchgeführte theatertherapeutische Arbeit in Projekten oder mit Gruppen.
    Supervision im Rahmen eigener Berufsfeld bezogener Arbeit
  • Coaching als Anwendungsfeld für ausgebildete Theatertherapeuten

Abschluss

Zertifikat
Drama- und Theatertherapeutin (Kolloquium)

Seminarinhalte

  • Neurotische Konfliktverarbeitung, Behandlung und Therapie von Phobien, Angststörungen, Zwangsstörungen und neurotische Belastungsstörungen. Abgrenzung von Neurosen und Psychosen, ICD 10, Entwicklung von Behandlungsplänen
  • Affektive Störungen, Erklärungsmodelle und therapeutischer Umgang mit Depressionen und Manie. Phänomenologie, Diagnostik unterschiedlicher Erscheinungsformen, somatische Begleiterscheinungen
  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen, diagnostische Hinweise, Störungsverläufe, Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung, Stellenwert einer pharmakologischen Behandlung
  • Psychodynamik narzißtisch gestörter Menschen, Phänomenologie und Diagnostik, speziellen Ausprägungen des männlichen und weiblichen Narzißmus, Lebensgeschichtliche Aspekte der Entwicklung
  • Psychodynamik der  Borderline – PatientInnen, Phänomenologie und Diagnostik, Strukturelle Störungen, Lebensgeschichtliche Aspekte des Borderline-Patienten, Entwicklung von Behandlungsplänen,Umgang mit den speziellen Abwehrmechanismen
  • Psychotraumatologie und Traumatherapie, Psychotraumatologie und Traumadiagnostik,    Traumatherapeutische Ansätze; gestalttherapeutische und integrative Behandlung, Stabilisierung und Ressourcenarbeit, Traumatherapie mit Flüchtlingen und bei sexuellen Gewalterfahrungen, Psychoprophylaxe für (Trauma)therapeutInnen
  • Vorbereitung auf die eingeschränkte Heilpraktikerüberprüfung
  • Abschlusseminar, Seminarpanorama, Reflexion des persönlichen Entwicklungsprozesses, Abschied und Entwicklung von Perspektiven.

Abschluss

Zertifikat
Gestalt-Theatertherapeut/in (Kolloquium)

Struktur der Weiterbildung

1. Jahr (Grundkurs Gestaltorientierte Arbeitsweisen)

  • 1 Einstiegsseminar
  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

2. Jahr

  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

3. Jahr (Drama-und TheatertherapeutIn)

  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

Begleitend zur Weiterbildung in der Gruppe sind folgende Einzel- und Kleingruppenmodule für das Zertifikat zu absolvieren:

  • 50 Std. Gestalttherapie/Selbsterfahrung (Kleingruppe)
  • 40 Std. Supervision (Kleingruppe)
  • 15 Std. Blocksupervision (1 WE)
  • 115 Std. berufsfeldbezogene Beratung als Praxisnachweis
  • Kolloquium
  • Hausarbeit, Projekt

4. Jahr (GestalttherapeutIn)

  • 8 Wochenendseminare
  • 8 Regionaltreffen

Begleitend zur Weiterbildung in der Gruppe sind insgesamt folgende Einzel- und Kleingruppenmodule für das Zertifikat GestalttherapeutIn DVG zu absolvieren:

  • 80  Std. Gestaltlehrtherapie
  • 105 Std. Supervision (Kleingruppe)
  • 45  Std. Blocksupervision (3 WE)
  • 400 Std. Behandlungspraxis mit Klienten
  • 50   Std. Nachweis fachorientierter Aus- und Fortbildung
  • Kolloquium
  • Abschlussarbeit

Im 4. Jahr werden die Grundlagen für die Überprüfung zum Heilpraktiker, eingeschränkt für Psychotherapie, vermittelt.
Mit der Zertifizierung sind die Aufnahmekriterien für die DVG und EAGT / EAP erfüllt.
Sie können über das HIGW das EAC- Zertifikat beantragen.

Weiterbildung in Drama- und Theatertherapie am HIGW
Rahmendaten
  • Dauer:1 bis 4 Jahre
  • Preis:160 EUR mtl.
  • Ort:Seminarhaus
  • Termin(e):Frühjahr 2018
  • Zertifizierung:DVG, EAGT, EAP

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