Drama- und Theatertherapie

Die Weiterbildung richtet sich an Menschen aus den Bereichen der Pädagogik, Medizin, Psychologie, Psychotherapie, Theologie, Beratung und dem Theater, die theater- und dramatherapeutische Elemente in ihre Arbeit einfließen lassen wollen. Alle Infos zu dieser Weiterbildung als Download (PDF).

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Die Theatertherapie hat sich in den letzten Jahren zunehmend in klinischer und ambulanter Praxis bewährt. Die Verbindung von Theater auf der Grundlage der Gestalttherapie eröffnet ein breites Spektrum wirksamer Unterstützungsmöglichkeiten in den Arbeitsfeldern der Psychotherapie sowie im psychosozialen und pädagogischen Bereich. Der Gestalt-Ansatz bildet hier ein theoretisches und methodisches Fundament im psychotherapeutischen Umgang mit Theater und theatralen Mitteln. Dabei geht es um die gestalttherapeutische Haltung, mit der die Eigenverantwortlichkeit in Entscheidungsprozessen unterstützt und das persönliche Wachstum gefördert wird.

Theatertherapie –  Eine Verbindung von Theater und Therapie

Schon vor vielen Jahrzehnten haben Therapeuten wie Perls und Moreno die heilende Kraft des theatralen Spielens für ihre Therapiearbeit entdeckt und genutzt. Andersherum entdeckten Regisseure wie Stanislawski für ihre Theaterarbeit die Bedeutung psychologischer Zusammenhänge für die Entwicklung von Schauspielrollen und Inszenierungen. Und genau an dieser Schnittstelle findet auch unsere gemeinsame Arbeit und unser gemeinsames Spielen und Lernen statt.

Die Weiterbildung erfordert die Bereitschaft zum kreativen Improvisieren, zu darstellendem Spiel und persönlicher Selbsterfahrung. Eine ausreichende psychische Belastbarkeit und Motivation zur Ausübung gestaltorientierter Drama- und Theatertherapie werden vorausgesetzt. Der persönliche Prozess sowie das Lernen und Arbeiten in der Gruppe – zwischen Autonomie und Solidarität – wird gefördert und exploriert.

Aufnahmekriterien

  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • Berufspraxis
  • Vorerfahrungen in der Selbsterfahrung und Zugang zur Kreativität erwünscht
  • Mindestalter 23 Jahre
  • Teilnahme am Einstiegsseminar oder Aufnahmegespräch

Struktur der mehrjährigen Weiterbildung

Seminarinhalte

Im ersten Weiterbildungsjahr stehen die persönliche Selbsterfahrung und der
gruppendynamische Prozess bezogen auf die Ausbildungsgruppe im Vordergrund. Die Teilnehmenden lernen die Haltung und diverse Methoden und Techniken der gestaltorientierten Theater- und Dramatherapie selbsterfahrungsbezogen und übungsorientiert kennen.

Dabei werden verschiedene Ausdrucksformen der Selbst- und Fremdwahrnehmung geschult, Imaginationstechniken, Improvisation, spielerische Spontaneität und Kreativität erlebt und ausprobiert.  Die szenische Selbsterfahrung wird ergänzt durch eine Auswahl kreativer Medien, wie z.B. Farben, Masken, Requisiten, Bewegung, Tanz, Gedichte, Märchen, Drehbücher. Weitere Aspekte runden das erste Jahr ab durch den Einsatz der Komik als Fähigkeit zur Distanz; dem Spiel mit den Konflikten und ungeliebten Seiten; dem Erleben verschiedener Polaritäten z.B. Hierarchie, Abhängigkeit und Autonomie; biografische Rollenarbeit; Stimme, Bewegung, Leib, Wahrnehmen, Erinnern, einen Ausdruck finden, Resonanzen geben und bekommen, sich zeigen, Straßentheater, Arbeit mit virtuellen und echten Bühnen.

  • Kontakt und Grenzen
  • Stillstand und Bewegung
  • Kindheit und Spielen
  • Masken und Straßentheater I (Langseminar)
  • Clown I und Fooling
  • Die Rolle meines Lebens
  • Theorie I
  • Abschlussseminar

Seminarinhalte

Im zweiten Weiterbildungsjahr werden die Inhalte des ersten Jahres vertieft, die Methodenvielfalt erweitert und die Beratungskompetenzen geschärft. Der Fokus liegt auf der Arbeit mit lebensgeschichtlichen Themen: Wie bin ich geworden,
wer ich heute bin? Selbsterfahrungsbezogen geht es um das Experimentieren mit der eigenen Biografie, dem Erkennen und Erweitern persönlicher Ressourcen und dem Erleben im Kontakt mit sich selbst und der Gruppe.

  • Pubertät
  • Clown II
  • Identität
  • Straßentheater II
  • Arbeit mit Märchen, Archetypen
  • Tanz, Bewegung, Psychodramatische Techniken (Langseminar)
  • Theorie II
  • Abschlussseminar

Seminarinhalte

Im dritten Weiterbildungsjahr liegt der Schwerpunkt in der zunehmenden Professionalisierung der eigenen beruflichen Identität als gestaltorientierte Theater- und Dramatherapeut*innen. Im Rahmen einer fortwährenden Praxisreflexion wird der Prozess eines eigenen Projektes (Planung und Durchführung) begleitet.

  • Träume
  • Beziehungsklärung
  • Erstgespräche, Akquise,die eigene Profession in Szene setzen (Langseminar)
  • Wahlseminar I aus anderen gestalttherapeutischen Bereichen:
    • Kunst, Musik, Tanz, Kinder/Jugend, Paar, Sexual, Sucht
  • Sexualität
  • Wahlseminar II
    • Kunst, Musik, Tanz, Kinder/Jugend, Paar, Sexual, Sucht
  • Theorie III
  • Abschlussseminar

Abschluss

Zertifikat
Drama- und Theatertherapeut*in (Kolloquium)

Seminarinhalte

  • Im 4. Jahr der Ausbildung werden schwerpunktmäßig praxisorientierte Theorie, Handlungskonzepte und Diagnostik für die ambulante und klinische Praxis (Psychopathologie) vermittelt.
    Diese beinhalten grundlegende Kenntnisse für die Überprüfung zum Heilpraktiker, eingeschränkt für Psychotherapie.In einem Zusatzkurs „Vorbereitung auf die Überprüfung zum Heilpraktiker, eingeschränkt für Psychotherapie“ können die erworbenen Kenntnisse vertieft und konkret auf die Überprüfung vorbereitet werden.
  • Seminarinhalte
    • Einführung in die Diagnostik psychischer Störungen; gestalttherapeutische Perspektive,
      Heilpraktiker-Perspektive und klinische Perspektive (Klassifikationssysteme, Anamnese, Befund, Diagnose)
    • Neurotische Konfliktverarbeitung; Behandlung und Therapie von Angststörungen, Zwangsstörungen, Belastungs- und Anpassungsstörungen; Abgrenzung von Neurosen und Psychosen; Entwicklung von Behandlungsplänen
    • Affektive Störungen; Erklärungsmodelle und therapeutischer Umgang mit Depression und Manie; Phänomenologie und Diagnostik; Somatische Symptomatik
    • Schizophrenie und wahnhafte Störungen; Diagnostik und Störungsverlauf; Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung; Aspekte der pharmakologischen Behandlung
    • Psychodynamik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung; Phänomenologie und Diagnostik; Spezielle Ausprägungen des männlichen und weiblichen Narzissmus; Persönlichkeitsentwicklung
    • Strukturelle Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung; Psychodynamik, Phänomenologie und Diagnostik; lebensgeschichtliche Aspekte; Entwicklung von Behandlungsplänen, Umgang mit Abwehrmechanismen
    • Traumafolgestörungen und PTBS; Traumatisierung; diagnostische Hinweise; Interventionsmethoden; gestalttherapeutische und integrative Behandlung, Stabilisierung und Ressourcenarbeit; Psychoprophylaxe für Therapeut*innen
    • Umgang mit quantitativen und qualitativen gestalttherapeutischen Forschungsergebnissen und die Möglichkeit, sie im eigenen Praxisfeld diagnostisch und therapeutisch zu nutzen, sowie ihre evidenzbasierte Weiterentwicklung
    • Abschlussseminar; Reflexion der Ausbildung; Perspektiven und Vernetzung

Abschluss

Zertifikat
Gestalt-Theatertherapeut*in (Kolloquium)

Struktur der Weiterbildung

1. Jahr (Grundkurs Gestaltorientierte Arbeitsweisen)

  • 1 Einstiegsseminar
  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

2. Jahr

  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

3. Jahr (Drama- und Theatertherapeut*in)

  • 7 Wochenendseminare
  • 1 Wochenseminar
  • 8 Regionaltreffen

Begleitend zur Weiterbildung in der Gruppe sind folgende Einzel- und Kleingruppenmodule für das Zertifikat zu absolvieren:

  • 50 Std. Gestalttherapie/Selbsterfahrung (Kleingruppe)
  • 45 Std. Supervision (Kleingruppe)
  • 15 Std. Blocksupervision (1 WE)
  • 115 Std. berufsfeldbezogene Beratung als Praxisnachweis
  • Kolloquium
  • Hausarbeit, Projekt

4. Jahr (Gestalttherapeut*in)

  • 8 Wochenendseminare
  • 8 Regionaltreffen

Begleitend zur Weiterbildung in der Gruppe sind insgesamt folgende Einzel- und Kleingruppenmodule für das Zertifikat Gestalttherapeut*in (DVG) zu absolvieren:

  • 80  Std. Gestaltlehrtherapie
  • 105 Std. Supervision (Kleingruppe)
  • 45  Std. Blocksupervision (3 WE)
  • 400 Std. Behandlungspraxis mit Klienten
  • 50   Std. Nachweis fachorientierter Aus- und Fortbildung
  • Kolloquium
  • Abschlussarbeit

Im 4. Jahr der Ausbildung werden schwerpunktmäßig praxisorientierte Theorie, Handlungskonzepte und Diagnostik für die ambulante und klinische Praxis (Psychopathologie) vermittelt.
Diese beinhalten grundlegende Kenntnisse für die Überprüfung zum Heilpraktiker, eingeschränkt für Psychotherapie.

In einem Zusatzkurs „Vorbereitung auf die Überprüfung zum Heilpraktiker, eingeschränkt für Psychotherapie“ können die erworbenen Kenntnisse vertieft und konkret auf die Überprüfung vorbereitet werden.

Mit der Zertifizierung sind die Aufnahmekriterien für die DVG und EAGT/EAP erfüllt. Sie können über das HIGW das EAC- Zertifikat beantragen.

Weiterbildung in Drama- und Theatertherapie am HIGW
Rahmendaten
  • Dauer:1 bis 4 Jahre
  • Preis:195,00 EUR mtl.
  • Ort:Seminarhaus oder Praxisraum in Hamburg
  • Termin(e):auf Anfrage
  • Zertifizierung:DVG, EAGT, EAP

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